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Natur pur - Natur entdecken und erleben

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"NATUR PUR"
der Ortsgemeinde Bruttig-Fankel


Naturschutz

Die gesamte Gemarkung liegt im Bereich des Landschaftsschutzgebiets "Moseltal".

Nicht ohne Grund sind in vielen Teilen des Außenbereichs Bruttig-Fankels Biotope
durch die Fachbehörden kartiert worden, die Grundlage spezifischer
Landes-, Landschafts- und Projektplanung sind.

Große Areale sind für die Ausweisung von Habitaten nach der FFH-Richtlinie
der EU vorgeschlagen worden.

Noch umfangreichere Gebiete werden als Schutzgebiete nach der
EU-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen.

Die Ausweisung eines Naturschutzgebietes zwischen dem Kapainertal unterhalb
des Ortsteiles Bruttig und der Cochemer Brauselay wird erwartet.

Neben diesen Vorhaben ist die Gemeindevertretung in Sachen Naturschutz aktiv
und betreibt vielfältige Einzel- und kombinierte Maßnahmen zum Schutz
der Ressourcen des Naturhaushaltes durch:

- Schutz eines von über die Gemarkung gespannten Netzes von Buchenaltholzgruppen
zur Förderung von Baumhöhlen bewohnenden Tierarten (Eintragung ins Ökokonto).

- Belassung von Altholz zur Förderung von hieran gebundenen Tier- und Pilzarten im Kommunalwald.

- Unterstützung durch Übernahme der Trägerschaft von Maßnahmen der Renaturierung
von Fließgewässern (Wiederherstellung der ökologischen Funktionstüchtigkeit des
ehemaligen Mühlgrabens des Klosters Engelport“).

- Teilnahme an Biotopsicherungsmaßnahmen ("Ökowiese").

- Teilnahme an Artenschutzprogrammen ("Apollofalter", "Haselhuhn").

- Renaturierung von standortswidrigen Nadelholzbeständen.

- Waldbodenstabilisierung durch Kalkungsmaßnahmen.

- Unterstützung der Teilnahme am Förderprogramm Umweltschonende
Landwirtschaft (FUL-Programm): Neuanlage von Streuobstwiesen.

Foto: Wiese gegenüber Autohaus Zabel

Bildtext: Natur bis ins Dorf
 
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"NATUR PUR"
der Ortsgemeinde Bruttig-Fankel

Wirtschaftswald

Der Wirtschaftswald wird durch eine innige Mischung verschiedener
Baumarten in unterschiedlichen Altern geprägt.
Dies führt zu einer hohen strukturellen biotischen Diversität.

Diese ist bedingt durch:

- die historische Nutzung von Niederwäldern (Stockausschlagwäldern) zur Gewinnung von
Lohrinde zu Gerbzwecken und Holzkohle für die Metallschmelze,

- die ackerbaulichen Aktivitäten auf den hierbei temporär vorhandenen Blössen,

- die Streunutzung insbesondere in ortsnahen Waldteilen,

- den umfangreichen Reparationsschlägen während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg,

- den Umwandlungsbemühungen in der Wiederaufbauzeit und

- den windwurf- bzw. borkenkäferverursachten Kalamitäten



Erwähnenswert sind die Versuchsanbauten Amerikanischer Roteiche in verschiedenen Variationen
aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Diese sind heute fast vollständig nach dem Forstsaatgutgesetz zur
Gewinnung forstlichen Vermehrungsgutes anerkannt.

Seit 1956 betreut die Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt zwei Versuchsflächen mit unterschiedlich
behandelter Roteiche im Distrikt "Schulwiese".

Auch eine Stieleichenfläche wird durch die NFVA biometrisch beobachtet.

Der Gemeindewald Bruttig-Fankel besitzt neben Roteichen- auch mehrere für die Saatgutproduktion durch
staatliche Stellen anerkannte Traubeneichen-, Stieleichen- und Douglasienbestände, die in Mastjahren bei
Nachfrage beerntet werden.

Dies belegt den Erfolg einer intensiven forstlichen Bewirtschaftung des Wirtschaftswaldes.

Baumart
Abtlg.
Registernummer
Fläche
Traubeneiche
5a2
07181806-041 1
8,1
Traubeneiche
8b1
07181806-043 1
3,1
Stieleiche
1b
07181706-013 1
2,0
Stieleiche 2a1 07181706-012 1 4,0
Roteiche 10a1 07181602-001 1 2,7
Roteiche 11b1 07181602-005 1 3,7
Roteiche 7a3 07181602-015 1 1,3
Douglasie 2b 07185304-038 1 0,7
ges.

25,6 ha

Nach der Windwurfkatastrophe 1990 ("Vivian" und "Wiebke")
wurden umfangreiche Kalamitätsflächen mit Laubhölzern renaturiert.
Umfangreiche Trauben- und Roteichenkulturen konnten mit Pflanzen begründet werden,
deren Saatgut aus anerkannten Beständen des kommunalen Forstbetriebes Bruttig-Fankel stammten
.

Erstmalig wurde hierbei auch Eßkastanie nicht allein zur Wertholzerzeugung,
sondern auch zur Nutzung ihrer Früchte, eingebracht.


"Neu eingeführt in unserem Waldbau wurde die Esskastanie.
Ihre Früchte, die Maronen, sind nicht nur bei den zahlreichen Wildtierarten beliebt"

 
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"NATUR PUR"
der Ortsgemeinde Bruttig-Fankel

Privatwald

Die in Privatbesitz befindlichen Kleinstwaldparzellen rühren fast vollständig aus der mit Fichte
durchgeführten Aufforstungswelle von Bachauewiesen in den 50er und 60er Jahren,
welche allerdings gegenwärtig nicht mehr bewirtschaftet werden.



Weinberg



"Für den Terrassenweinbau werden selbst kleinste Gunsträume genutzt"


Weinberg ist nicht gleich Weinberg!
Die Weinbergslagen Bruttig-Fankels weisen einen hohen Strukturierungsgrad auf:



Befahrbare Lagen




Bewirtschaftet

Nicht bewirtschaftet
als Weinberg

begrünt/
offengehalten
verschiedene
Rebsorten

Brache
unterschiedliche
Stadien
in Abhängig
Brachenalters
als Obstanlage
verschiedene Obstsorten

Nichtbefahrbare Lagen




Bewirtschaftet

Nicht bewirtschaftet
als Weinberg

begrünt/
offengehalten
verschiedene
Rebsorten

Brache
unterschiedliche
Stadien
in Abhängig
Brachenalters

In Abhängigkeit von Bewirtschaftung oder auch Nichtbewirtschaftung etablieren sich verschiedene
Biozönosen unterschiedlicher Stabilität, die in vielfältigen Regelkreisen miteinander in Beziehung
und Funktion stehen.

Hierbei zeigt sich auch die hohe Bedeutung der Bewirtschaftung von Rebflächen im Rahmen einer
„guten landwirtschaftlichen Praxis“ für den Erhalt thermophiler Arten.
Hierdurch ist es möglich, deren Habitate und Nahrungsnetze zu stabilisieren.

In diesem Zusammenhang soll auf das Arteninventar xerothermer
Weinberge und Jungbrachen hingewiesen werden:

Neben der Leitart, dem Apollofalter, der einzigen in Deutschland vorkommenden
Schmetterlingsart des Washingtoner Artenschutzabkommens, weisen die Weinberge
um Bruttig-Fankel herum weitere seltene, an offene und halboffene Weinbergsbiotope
gebundene Tierarten auf:


"Apollofalter"

Mauereidechse, Reben-Sattelschrecke, Ringelnatter, Segelfalter

Schlingnatter, Smaragdeidechse, Zippammer.

An selteneren Pflanzenarten sind neben:


Buchsbaum, Diptam, Elsbeere, Felsengoldstern, Felsenkirsche, französischen Felsenahorn

verschiedene Fetthennengewächse, Speierling, viele andere Arten vorhanden.


" Die hohe Strahlungsinklination in den nach Süden geneigten Hängen bietet Lebensräume
für zahlreiche mediterranen Florenelemente, so auch den flächig vorkommenden Buchsbaum"
 
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der Ortsgemeinde Bruttig-Fankel


Lage

Bruttig-Fankel liegt auf der rechten Moselseite bei Flusskilometer 58,5.
Die Koordinaten des Mittelpunkts der Doppelgemeinde lauten:
2587995 rechts, 5555558 hoch.
50 Grad 7 Minuten 42 Sekunden, Nord
7 Grad 13 Minuten 48 Sekunden, Ost
Die Extrema der Seehöhen betragen 80,7 und 355,7 m NN.
Nachbarorte sind flussabwärts Valwig, flussaufwärts Beilstein.


"Herrenberg"

Ein Blick vom Schafsberg zum Herrenberg verdeutlicht die hohe Reliefenergie der Tallandschaft im Moselkrampen.

Landschaftsökologische Kurzbeschreibung

Die bebaute Ortslage liegt im Moseltal teils auf Schwemmland, teils auf quartärer Terrasse.

Die Flusslandschaft zwischen Bremm und Cochem zeichnet sich durch eine starke Mäandrierung aus,
welche mit einer hohen Reliefenergie der Seitenhänge einhergeht.

Es bietet sich dem Betrachter ein rascher Wechsel von ausgeprägten Gleit- und Prallhängen,
Steilhängen sowie Terrassen und Absätzen, die sich zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild zusammensetzen.

Die regionale Bezeichnung dieses Moselabschnitts, welcher der Untermosel zuzurechnen ist,
lautet aufgrund seiner morphologischen Ausprägung Moselkrampen.

Die vorhandenen Böden sind aus devonischer Grauwacke, Moselterrasse und Auelehmen entwickelte junge Ranker,
Parabraunerden und Braunerden. Vergleyte Böden sind allenfalls auf dem überwiegend bewaldeten Hochplateau zu finden.
Die Böden weisen –auch in bewaldeten Bereichen- anthropogen verursachte Veränderungen durch historische
und aktuelle Bodennutzungen auf.

Die klimatische Situation lässt sich mit dem Begriff des "Weinbauklimas" am ehesten fassen:
Durch die Enge des in das Rheinische Schiefergebirge tief eingeschnittene Flusstal der Mosel bilden Reduktion der
Luftgeschwindigkeit, erhöhte Strahlungsintensität durch die spezifische Geländeinklination sowie
kleinstandörtlich die Strahlungsreflexion die Rahmenbedingungen für ein mildes Mesoklima.


"Schiefersteillage"

Die 1.437 ha große Gemarkungsfläche Bruttig-Fankels zeichnet sich
durch einen hohen Anteil grüner Landschaft aus:


Lediglich 7 % sind dienen Siedlungs- und Straßenzwecken;
die restlichen Flächen werden zu 66 % als Wald,
23 % als weinbauliche und landwirtschaftliche Flächen genutzt.
Die übrigen Bereiche sind fast vollständig Wasserflächen ( 3%).

Auf jeden Einwohner unseres Ortes entfallen so über 1 ha Natur!
 
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"NATUR PUR"
der Ortsgemeinde Bruttig-Fankel


Wald


"Die Eichenwirtschaft stellt das Rückgrat der forstlichen Landnutzung dar. Zusammen mit den Vorkommen
in den ausladenden Hangwäldern ist die Eiche landschaftsprägend"


Der größte Waldbesitzer ist die Ortsgemeinde selbst. In ihrem Besitz befinden sich fast
1000 ha, die sie selbst bewirtschaftet.
Der gemeindliche Waldbesitz zeichnet sich durch ein hohes Arteninventar in Abhängigkeit von
historischen Waldnutzungsformen und Forsthistorie aus.

Vorkommende Baumarten sind:

a. Laubbaumarten:
Aspe, Bergahorn, Bergulme, Birke, Buche, Buchs, Eßkastanie, Esche, Feldahorn,
Feldulme, Französischer Felsenahorn ,Hainbuche, Mehlbeere, Roteiche, Roterle,
Robinie, Schwarzpappel, Spitzahorn, Stieleiche, Traubeneiche, Weide und Winterlinde

a.a. Wildobstarten, die häufig an die spezifischen
Standortbedingungen der Trockenwälder gebunden sind:

Eberesche, Elsbeere, Speierling, Steinweichsel, Vogelkirsche, Wildapfel und Wildbirne

Daneben ist die Liste der vorkommenden Nadelbaumarten deutlich kürzer:

b. Nadelbaumarten
Douglasie, Europäische Lärche, Fichte, Japanische Lärche, Omorikafichte, Strobe,
Waldkiefer und Weißtanne

Aber auch in Bruttig-Fankel besteht der Wald nicht nur aus Bäumen:


"Feuersalamander"

Eine hohe Zahl verschiedener –mitunter auch seltener Tier- und Pflanzenarten-
zählen zum Inventar der weiten Wälder auf den Moselhöhen:

Viele verschiedene Farn-, Moos- und Bärlapparten, so auch das in Rheinland-Pfalz einzige
bekannte Vorkommen des Zypressen-Bärlapps, weist der Wald um Bruttig-Fankel auf.

Die verschiedenartigen Biotope besitzen einen jahreszeitlich wechselnden
Bestand der Fruchtkörper vielfältiger Pilzarten.

Neben Rot-, Reh- und Schwarzwild hat sich in den letzten Jahren das aus Korsika
und Sardinien kommende Muffelwild etabliert.

Die größte in Deutschland vorkommende Spechtart, der Schwarzspecht, ist häufiger Brutvogel.

Dies belegt die naturschutzorientierte und sensible Bewirtschaftung des nur in
geringem Umfang vorhandenen Altholzbestandes.

Zur Sicherung des Schwarzspechtbestandes hat die Gemeindevertretung eine verwaltungsinterne
Unterschutzstellung von Altholzinseln in ihrem Waldbesitz mit Festlegung im
amtlichen Register ("Ökokonto") beschlossen.

Eine Besonderheit stellen die Vorkommen von Wildkatze und Haselhuhn dar.

Hierzu bestehen spezifische Artenschutzprogramme bzw. Kontrollmaßnahmen, in welche auch der Wald von Bruttig-Fankel eingebunden ist.


"Die in Bruttig-Fankel traditionell betriebene Niederwaldbewirtschaftung ermöglicht
eine hohe strukturelle und biotische Vielfalt"
 
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